Der größte Teil der Fliesenarbeit bei Privatkunden spielt im Bad. Und im Bad bist du eingeklemmt zwischen zwei Terminen, die du nicht selbst in der Hand hast: Vor dir muss der Installateur die Vorwandelemente gesetzt und die Leitungen verlegt haben, nach dir kommt er wieder für die Endmontage von WC, Waschtisch und Armaturen. Verschiebt sich der erste Termin, rutscht deiner mit. Wird deiner nicht fertig, wartet der Installateur.
Dazu kommt der Kunde, der sich zwischen drei Formaten, zwei Fugenfarben und der Frage nach der bodengleichen Dusche entscheiden muss, oft erst, wenn die Wand schon abgeschlagen ist. Und am Ende steht eine Abnahme, bei der das Auge jede Fuge einzeln prüft.
Der Takt im Bad
Eine Badsanierung besteht aus Abschnitten, die aufeinander aufbauen: Rückbau, Rohinstallation, Vorwand und Beplankung, Estrich oder Ausgleich, Abdichtung, Fliesen, Fugen, Endmontage. Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Termin, und manche davon gehören nicht dir.
In Zunfto legst du deine Termine an und verbindest sie zu einer Termin-Reihe: Die Besichtigung, der Einsatz für Abdichtung und Fliesen, das Verfugen, eine mögliche Nachbesserung. Jeder Folgetermin verweist auf den vorherigen. Um die ganze Sanierung legst du einen Auftrag, der Angebot, Termine und Rechnung zusammenhält und im Stepper zeigt, ob die Baustelle gerade beauftragt, in Arbeit oder abgenommen ist.
Den Installateur mit ins Boot holen
Über den Kunden-Hub fügst du einem Termin Beteiligte hinzu, jeweils mit Rolle und eigenem Link ohne Konto. Den Installateur trägst du mit der Rolle „Gewerk“ ein. Er sieht, wann du kommst, und kann Fotos hochladen, zum Beispiel von der fertigen Vorwand, bevor du anfängst. Die Kundin trägst du als Eigentümerin ein, sie bestätigt die Termine selbst. Wer nur mitlesen soll, bekommt nur Leserechte.
Ob du den Hub einsetzt oder der SHK-Betrieb, der das Bad als Generalist anbietet, hängt davon ab, wer der Auftragnehmer der Kundin ist. Wie es von der anderen Seite aussieht, steht auf unserer Seite für Sanitär, Heizung, Klima.
Zunfto verschickt keine SMS und keine automatischen Terminerinnerungen. Der Hub ersetzt aber viele Rückfragen, weil alle denselben Stand sehen.
Fotos von dem, was später keiner mehr sieht
Unter den Fliesen verschwindet die Arbeit, auf die es am meisten ankommt: die Abdichtung. Für Bäder im Innenraum regelt die DIN 18534 die Abdichtung, bei Duschen ohne Duschwanne ist die Verbundabdichtung unter den Fliesen der entscheidende Punkt. Ist die Dichtmanschette an der Armatur sauber eingebunden, liegt das Dichtband in der Ecke? Wenn Jahre später ein Wasserschaden im darunterliegenden Stockwerk auftaucht, willst du das belegen können.
In Zunfto fotografierst du die fertige Abdichtung mit dem Handy und hängst die Bilder an den Termin oder den Auftrag, mit Kategorie und Bildunterschrift wie „Abdichtung Duschbereich, Manschetten und Dichtband, vor Verfliesung“. Die Fotos bleiben beim Auftrag, nicht in deiner privaten Galerie. Die gleiche Logik gilt für den Untergrund: Ebenheit, Risse im Estrich, Zustand der alten Wand, bevor du Bedenken anmeldest.
Die Fliesenauswahl mit dem Kunden
Die Kundin war in der Ausstellung und hat sich zwei Fliesen notiert. Der Ehemann will lieber das größere Format. Beides hat Folgen für Preis, Verschnitt und Verlegemuster. Was in dieser Phase hilft:
- Im Hub schreiben. Die Kundin lädt Fotos aus der Ausstellung im Hub hoch und schreibt dir im Chat dazu, statt drei WhatsApp-Nachrichten an dein Privathandy zu schicken.
- Positionen, die die Auswahl festhalten. Im Angebot steht nicht „Fliesen verlegen“, sondern „Wandfliesen 30 × 60 cm, Farbe Sand matt, Verlegung im Halbverband, Fuge zementgrau“. Menge in m², Sockel und Schienen in lfm.
- Zwei Varianten, zwei Angebote. Wenn das große Format teurer ist, schreibst du zwei Angebote und verknüpfst beide mit dem Auftrag. Die Kundin nimmt eines online an, das andere lehnt sie ab.
Das Angebot geht als PDF mit Logo per Mail oder als Link. Die Kundin nimmt es ohne Konto online an. Fliesen und Kleinmaterial legst du im Katalog „Pakete & Artikel“ an, wenn du sie häufig anbietest. Ein Lieferantenkatalog, Datanorm-Anbindung an den Fliesenhandel oder eine Verschnittberechnung gibt es nicht. Auch kein Aufmaß: Die Flächen misst und rechnest du selbst. Die VOB/C regelt für VOB-Verträge in der DIN 18352, wie Fliesenarbeiten abgerechnet werden.
Ist das Material teuer oder eine Sonderbestellung, legst du im Angebot eine Anzahlung fest. Setzt du das Angebot in Zunfto auf „angenommen“, wird sie auf Wunsch zur Anzahlungs-Quittung und später von der Endrechnung abgezogen. Bei der Online-Annahme durch die Kundin entsteht keine Quittung. Es gibt eine Anzahlung pro Angebot, mehrere Abschläge nach Baufortschritt nicht.
Abnahme mit Restpunkten
Kein Gewerk wird so kritisch angeschaut wie der Fliesenleger. Der Kunde steht im fertigen Bad, das Licht fällt schräg über die Wand, und plötzlich sieht er einen Überzahn an der Fensterlaibung. Oder eine Fuge, die dunkler geworden ist. Oder eine Fliese hinter dem WC, die beim Klopfen hohl klingt.
Genau dafür ist die Abnahme in Zunfto gebaut. Die Positionen aus dem Angebot erscheinen als Prüfpunkte. Jeden Punkt markierst du als „ok“ oder schreibst eine Anmerkung als Restpunkt oder Mangel dazu. Eigene Punkte ergänzt du, etwa:
- Gefälle Duschbereich zum Ablauf geprüft
- Silikonfugen gezogen, Kunde auf Wartungsfugen hingewiesen
- Restfliesen für spätere Reparaturen übergeben
Der letzte Punkt ist kleiner, als er klingt. Wer Restfliesen aus derselben Charge übergibt, erspart dem Kunden in fünf Jahren eine lange Suche.
Dann folgen Fotos, die Unterschrift der Kundin mit dem Finger und der Abschluss. Das Abnahmeprotokoll als PDF enthält Checkliste, Anmerkungen, bis zu acht Fotos und Unterschrift. So steht schwarz auf weiß, was offen ist, und was nicht. Für die Restpunkte legst du einen Termin vom Typ „Nachbesserung“ an, der sich auf den Einsatz bezieht.
Ist die Eigentümerin bei der Fertigstellung nicht da, etwa bei einer vermieteten Wohnung, geht das Protokoll als Link an ihr Handy. Sie unterschreibt dort. Was in ein belastbares Protokoll gehört, steht im Ratgeber Abnahmeprotokoll, die Fristen für Mängel danach im Ratgeber Gewährleistung und Mängel.
Rechnung und Belege
Aus dem angenommenen Angebot wird per Klick die Rechnung. Die Positionen kommen mit, eine Anzahlungs-Quittung wird abgezogen. Für Gewerbekunden erzeugt Zunfto ein ZUGFeRD-PDF, für öffentliche Auftraggeber eine XRechnung als Download. Zahlungen trägst du von Hand ein, ein Mahnwesen gibt es nicht.
Die Rechnung vom Fliesenhandel und den Beleg für Kleber und Fugenmörtel fotografierst du ab und ordnest sie dem Termin zu. In der Terminakte siehst du dann unter „Abrechnung & Belege“, was an Material in dieses Bad geflossen ist. Eine automatische Übernahme der Belege in die Kundenrechnung oder eine Margenrechnung gibt es allerdings nicht.
Viele Badsanierungen enden mit einer Frage der Kundin: Kann ich das von der Steuer absetzen? Der Steuerbonus nach § 35a EStG bezieht sich nur auf den Arbeitsanteil. Wie die Rechnung dafür aussehen sollte, erklärt der Ratgeber zu Handwerkerleistungen nach § 35a.
Grenzen, ehrlich benannt
- Kein Aufmaß und keine Verschnittberechnung.
- Kein § 35a-Ausweis. Den Lohnanteil für den Steuerbonus deiner Privatkunden weist Zunfto nicht getrennt aus. Schreib Arbeit und Material als eigene Positionen.
- Kein § 13b. Arbeitest du als Nachunternehmer für einen Bauträger, fehlt die Umkehr der Steuerschuld auf der Rechnung.
- Keine Zeiterfassung und kein Offline-Modus.
Einstieg
Nimm das nächste Bad und führe es von der Besichtigung bis zur Abnahme in Zunfto, mit dem Installateur im Hub. Das Konto erstellst du unter app.zunfto.de/register. Zunfto läuft im Browser, auf dem Handy auf der Baustelle genauso wie am Büro-Rechner.
Häufige Fragen
Kann der Installateur sehen, wann ich im Bad bin?
Ja, wenn du ihn im Kunden-Hub als Beteiligten mit der Rolle „Gewerk“ hinzufügst. Er bekommt einen eigenen Link ohne Konto, sieht die Termine und kann Fotos hochladen.
Wie dokumentiere ich die Abdichtung?
Mit Fotos am Termin oder Auftrag, jeweils mit Kategorie und Bildunterschrift. Bis zu acht Fotos kommen zusätzlich ins Abnahmeprotokoll. Ein eigenes Abdichtungsprotokoll nach Norm erzeugt Zunfto nicht.
Kann ich dem Kunden zwei Varianten anbieten?
Ja. Du schreibst zwei Angebote und verknüpfst beide mit dem Auftrag. Der Kunde nimmt eines online an und lehnt das andere ab.
Wie halte ich Restpunkte fest?
In der Abnahme bekommt jeder Prüfpunkt entweder „ok“ oder eine Anmerkung als Restpunkt bzw. Mangel. Die Liste steht im unterschriebenen PDF. Für die Nacharbeit legst du einen Nachbesserungstermin an.
Berechnet Zunfto die benötigte Fliesenmenge mit Verschnitt?
Nein. Flächen und Verschnitt ermittelst du selbst und trägst die Menge in die Position ein.